Berichte - Herbsttagung "Leben in neuen Zeiten"
Herbsttagung "Leben in neuen Zeiten"

Leben in neuen Zeiten - Christsein zwischen Zeitgeist und Heiligem Geist

Unsere jährliche Herbsttagung fand diesmal in Haus Friede in Hattingen statt. Mit 130 Teilnehmern, von 1 bis 80 Jahren, war sie gut besucht. Kinder, Jugendliche und Erwachsene trafen sich zu ihrem jeweils eigenen, geistlichen Programm. Den roten Faden bildete die Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist, d.h. dem aktuellen gesellschaftlichen Mainstream. Wie denkt und fühlt der moderne Mensch? Wie gestaltet sich - und vor allem: wie verändert sich - unsere Gesellschaft und was bedeutet dies für unsere Gemeinden und ihren missionarischen Auftrag?

Mit Dr. Peter Aschoff hatten wir einen sehr versierten Referenten gewonnen, dem es gelang, auch komplizierte Sachverhalte sehr verständlich darzulegen. Neben den Plenumsveranstaltungen wurden auch Seelsorge, Lobpreismalerei und Hörendes Gebet angeboten.

Im Folgenden zwei persönliche Statements zur Tagung:

 

Leben in neuen Zeiten!

 Die Frage, die sich mir hier stellte war: “Wie sehen diese neuen Zeiten für mich aus, und lebe ich schon in ihnen, ohne es zu wissen?“

Folgende Antworten fand ich:

Veränderungen in der Gesellschaft und in der Gemeinde sind unabdingbar.

Alles ist in ständiger Veränderung. Die Menschen um uns herum werden bunter, und ich möchte mich auf jeden Einzelnen neu einstellen.

Ich will für mich schauen, welche Menschen in meiner Umgebung, in meiner Gemeinde leben. Ich habe für mich neu entdeckt, dass ich zuerst mal zuhören möchte und ihnen mein Interesse zeige. Auf dem Seminar ist mir wichtig geworden, dass ich mich ohne vorherige Planung mit den Leuten treffe. Eine wichtige Aussage von Dr. Peter Aschoff: „Bleibt einfach bei ihnen, nicht im Kopf schon wieder losziehen - Zuhören statt zutexten.“ Wenn es an der Zeit ist, etwas zu sagen, wird der Heilige Geist mich darauf hinweisen und mir die richtigen Worte geben.

Ich merke, dass ich nicht einfach bei dem bleiben kann, was ich gerade habe, weil es in der Gemeinde oder in meiner Beziehung zum Herrn so gut läuft und ich mich wohl fühle. Mein Glaube soll wachsen, und das bringt nun mal Veränderung mit sich.

Wie sagte Dr. Peter Aschoff: „Man kann seinen Glauben nicht konservieren.“

Ich bin froh über jede neue Veränderung, die der Herr in mir bewirkt, da sie mich näher zu ihm bringt.

Ich habe viele neue Eindrücke auf der Tagung bekommen, sind sie auch noch nicht alle sortiert, kann ich aber sagen, dass ich gestärkt in die nächste Zeit gehe.

 Mario Könnecke

 

Eigentlich
Eigentlich hatte ich mir unter dem Thema dieser Tagung etwas ganz anderes vorgestellt, nämlich wie ich mich erfolgreich dem Zeitgeist widersetzen und dem Heiligen Geist besser öffnen könnte.
Eigentlich hatte ich als Referenten Friedrich Aschoff bzw. seinen Sohn erwartet, was für mich mit entscheidend für meinen Besuch war.
Aber es war "nur" der Neffe, der mir dann Dinge verdeutlichte, die mir anfangs fremd, aber je länger, je mehr wichtig wurden. Er hat mit seinen Referaten dazu beigetragen, meine Denk- und Erfahrungsstrukturen aufzubrechen und das bei einem pietistisch geprägten Wuppertaler. Ich habe eine große Offenheit und Freiheit erfahren für andere Christen und ihren Glauben, die ich bis dahin überhaupt nicht auf der „Rechnung" hatte. Gott sei Dank! Unser Herr ist kein Schablonen-Schreiner!

Der Hammer
Eigentlich wollte ich den Workshop „Identität in der Postmoderne" besuchen. Da der Referent erkrankt war, gab es für mich nur die zweite Wahl „Hörendes Gebet". Ich hatte vor mehreren Jahren schon etwas darüber gelesen, aber zwischenzeitlich hatte mein Interesse merklich nachgelassen. So saß ich nun in einer Runde mit 4 Frauen und 2 Männern und wartete gespannt, was kommen würde. Höchst überrascht stellte ich fest, dass ich zwar erst zögerlich, dann aber immer konkreter Bilder für die meisten Teilnehmer hatte. Und dann kam der Hammer! Zum besseren Verständnis: Ich bin 73 Jahre alt  und seit über 50 Jahren ununterbrochen ehrenamtlich im CVJM tätig, und ich hatte das Gefühl, dass ich mich jetzt langsam aufs "Altenteil" setzen würde (Dies hatte ich den Teilnehmern der Runde vorher nicht gesagt). Hier einige Eindrücke aus der Runde, als für mich gebetet wurde: - „Ruhe in mir, aber nicht in dem, was ich dir gegeben habe. - Sage nicht, ich bin zu alt, sondern lebe in deiner Berufung. - Neue Wege riskieren, komm doch mit. - Jos.1,5b Ich bin mit dir, wie ich mit Mose gewesen bin.“  Und jemand hatte als bildhaften Eindruck, wie ich bei einer evangelistischen Veranstaltung neben einem Evangelisten mitwirkte.
Das hat mich umgehauen! Ich wurde erinnert an Sarah (auch sie fühlte sich zu alt)und Abraham. Ich bin gespannt wie ein Abenteurer, was Gott mit meinem Leben noch vor hat. Ich will dafür offen sein.

Hans-Dieter Dahlmann, Teilnehmer der Herbsttagung