Berichte - Auf den Spuren Jesus - Frühjahr 2011

Jerusalem

 Auf den Spuren Jesu - Frühjahr 2011

 

„Und er gebot ihnen, daß sie sich alle lagerten, tischweise, auf das grüne Gras“ Mk 6,39. Dieser Vers aus der der Geschichte der 1. Brotvermehrung bei Tabgha war ein Anlass, diese Studienreise im Frühjahr zu machen. Wir wurden nicht enttäuscht: alles war im satten Grün, untermalt mit unendlich vielen Gelbblütlern.

Dazu kam in den ersten Tagen Regen, den das Land, besonders der See Genezareth dringend brauchte. So haben wir manchmal nicht das Postkartenwetter gehabt, aber dennoch an ganz vielen Stellen Raum für Stille und Nachsinnen: „Auf den Spuren Jesu“. Das war möglich in der Kirche der Brotvermehrung, und auch bei der Patronatskapelle, wo Jesus Petrus nach Ostern seine Leitungsaufgabe bestätigt hat. Wir waren spät dran, die Touristenbusse waren schon weitergezogen. Die Stille tat beglückend gut.

Manche Wanderungen, besonders die am See entlang von Kapernaum nach Tabgha wurden fast zu einer Schlammschlacht. Jeder trug einen Kilo Schlamm an den Füßen mit sich. Wir probten dann in einer Pfütze die Fußwaschung.

 

Beeindruckend waren die Begegnungen in Jerusalem. Christa Behr brachte uns in Verbindung mit unserer Geschichte als Deutsche. Das war für manche nicht leicht. In Yad Vashem, dem Erinnerungsmahnmal an die versuchte Auslöschung des europäischen Judentums, bekamen wir das dann noch mal in Bildern vor Augen.

Johnny Schawan in Bethlehem führte uns sein Werk vor. Mitten in Beth Jala erlebten wir eine evangelistische Oase für Jugendliche und Kinder, im Augenblick noch abhängig von Spenden, aber mit der Perspektive selbständig zu werden.

An einem Abend besuchte uns Rabbi Shimon Naphtali, ein orthodoxer Rabbiner, der an Jesus glaubt und „trotzdem“ in der Synagoge lebt. Beeindruckend, wie er in den 68ger Jahren über einen gläubige Hippie und einen orthodoxen Gläubigen dazu geführt wurde, Jesus anzuerkennen.

Wir wohnten in der Altstadt für 6 Tage und hatten so die Möglichkeit, immer wieder Zeiten in der Grabeskirche oder besser in der Auferstehungskirche zu erleben. Manche machten frühmorgens dort ihre Stille Zeit. Es half, an dem Ort zu sein, wo historisch und örtlich Jesus das Gericht über alle Menschenschuld erlitten hat: Der Golgathafelsen ist da anzuschauen, zu berühren. Und in der Nähe ist noch immer der Ort der Auferstehung, Sieg über Tod und Sünde.

Weil Jesus 40 Tage in der Wüste war, wollten wir wenigstens für einige Stunden diese Erfahrung in der Wüste nachempfinden. Diese Fels- und Hügelwüste ist so anders als die Sandwüsten in Afrika. Daran mußten einige sich erst gewöhnen, aber die Stille und die Einsamkeit haben wir ein Stück erlebt. Wunderbar das Wadi Kelt, wo sich Wüste, Wasser und Grün toll ergänzen.

Auch in Jerusalem, trotz Kreuzfahrtschiffen, bekamen wir Zeitfenster zur Stille: In der Tränenkapelle auf dem Ölberg, in der Verratsgrotte bei Gethsemane, auch in der Auferstehungskirche unten in der Kreuzzauffindungskapelle. Orte des Schweigens und Anbetens. So wurde die Studienreise auch eine Pilgerreise.

Wir haben viel gesehen und erlebt und waren dankbar für unsern Guide Hartmut Hahn. Er gab uns immer wieder die nötigen Erklärungen.

Wir waren 35 Teilnehmer aus unterschiedlichen Gemeinden, Kirchen und Prägungen und Nationen. Beeindruckend war, wie intensiv wir unter dem Thema dieser Studienreise zusammengewachsen sind.

 

Dietrich und Ulrike Sprenger