Gottesdienst im Ärztehaus
So erfreulich die Zahl von Segnungs- und Salbungsgottesdiensten in Kirchen ist – das Gros der „Mühseligen und Beladenden“ nimmt dieses Angebot überhaupt nicht wahr. Das beobachtet Mechthild Bauer in ihrer Arbeit mit MS-Patienten. Der Vorbereitungskreis geht an die Arbeit und plant nicht nur den Gottesdienst. Um Menschen ganzheitlich anzusprechen, werden zunächst vier Seminarabende zum Thema „Leben im Gleichgewicht“ angeboten. „Wir waren erstaunt, wie offen die Leute waren“, sagt die Fachärztin. Die Treffen bestehen aus Referat, Erfahrungsaustausch und praktischer Übung. Stehn zunächst medizinische Aspekte der Entspannung im Mittelpunkt, so kommt zunehmend auch zur Sprache, was Christen Hoffnung gibt. Für alle, die am Ende mehr wissen wollen, wird der Gottesdienst im Foyer des Ärztehauses angeboten. Durch Zeitungshinweise und Mund-zu-Mund Propaganda wird eingeladen. Der gewählte Ort ist ungewohnt, sagt Gemeindepfarrer Andreas Wilmsmeier. Auch er fühlt sich zuerst wie auf „fremden Terrain“. Aber schließlich sei Gott „nicht nur hinter Kirchenmauern zu finden“. Eine bunte Mischung von 50 Menschen kommt Mitte Februar ins Foyer. Der gemeinsame Gesang fällt leiser aus als in einer Kirche, was auf einen hohen Anteil kirchlich „ungeübter“ Menschen schließen lässt. Gegen Ende der Feier erfolgt die Einladung, für sich persönlich beten und sich segnen zu lassen. Mitarbeiter stehen jeweils zu zweit bereit und sind erstaunt, dass die Mehrzahl der Gäste von dem Angebot Gebrauch macht. Der Gottesdienst dauert länger als geplant. Viele Menschen sind emotional berührt und bedanken sich hinterher für das Angebot. Mechthild Bauer spürt seitdem eine Veränderung bei ihren Patienten: „Die Schwelle, über Glauben zu reden, ist viel niedriger geworden.“ Und wie geht es weiter? Unmittelbar nach dem Gottesdienst wird für Interessierte ein Hauskreis in der Praxis angeboten: Dreizehn Gäste lassen sich darauf ein. Für den Herbst ist ein zweiter Gottesdienst im Ärztehaus geplant. Auszug aus einem Artikel von „Unsere Kirche“ |
Bei dem gesamten Bemühen um eine Kirche mit Zukunft erinnert die Geistliche Gemeinde-Erneuerung an das Wirken des Heiligen Geistes, von dem jede geistliche Erneuerung ausgeht. Wir glauben mit vielen anderen Christen, dass Gott durch Jesus, seinen Sohn, und durch den Heiligen Geist, den Tröster und Lehrer, auch in unserer Zeit seine Gemeinde bauen will. Der Heilige Geist bewirkt in uns persönliche Erneuerung, er bewirkt die Einheit unter der Christenheit, er leitet uns an, als Gemeinschaft und Leib Christi in der Fülle der Gaben und Dienste zu leben.Er führt uns in die Versöhnung mit Gott und untereinander. ![]()
Nach einem Segnungsgottesdienst der Ev. Kirchengemeinde Hartum ist spontan zu hören: „Und das nächste Mal in der Praxis!“ Die eher scherzhaft gemeinte Bemerkung von Mechthild Bauer, Mindener Neurologin und Mitarbeiterin im Seelsorgeteam der Gemeinde, verhallt jedoch nicht ungehört. Sonja Freymuth, ebenfalls im Team, hakt nach: „Warum eigentlich nicht?“ So kommt ein Projekt in Gang, von dem noch gar nicht abzusehen ist, welch positive Auswirkungen es weiterhin haben wird: Der Gottesdienst im Ärztehaus.