Berichte - 1. GGE Regionalkonferenz Westfalen

Prophetie und soziale Verantwortung - Kernanliegen des Heiligen Geistes und der Gemeinde Jesu

Bericht zur 1. Regionalkonferenz der GGE Westfalen

AbschlussgottesdienstAn der 1. Regionalkonferenz der GGE-Westfalen, die vom 18. – 20. September in Iserlohn statt fand, nahmen rund 200 Personen teil. Der Auftaktabend eröffnete die große Bandbreite, die das Thema der Konferenz „Prophetischen Dimensionen für Gemeinde & Gesellschaft – Heute auf Gottes Stimme hören“ bot.

Zu Beginn der Regionalkonferenz sprach der Superintendent des Iserlohner Kirchenkreises, Pfr. Albert Henz, in einem Grußwort am Freitagabend drei wesentliche biblische Aspekte der Prophetie an, die die GGE aus seiner Sicht in die Landeskirche mit dieser Konferenz und darüber hinaus in die Kirche einbringen kann und soll. Erstens, wie schon Propheten im Alten Testament es taten, dem Glauben über Musik und Bewegung Ausdruck zu verleihen und so tief emotional Gott anzubeten.

Dies, So Henz, sei ein wichtiger Beitrag der GGE für unsere manchmal sehr verkopfte Evangelische Kirche, für den sie dankbar sein könne.

Zweitens, wie die „lautstarken heftigen sozialkritischen Propheten“ (Micha, Amos etc.) auf gesellschaftliche Missstände hinweisen, niemandem nach dem Mund zu reden und für Veränderung eintreten. Und drittens verwies er auf das Urbild des Propheten, Johannes, der Täufer, der auf Jesus hinwies und verband dies mit Wünschen, das die Konferenz Tage der Ermutigung seien, diese drei Aspekte in unserer Zeit und Kirche zu leben.

Ein kurzer, voAndreas Keller, Leiter Stiftung Schleifen Herzen kommender, Impuls von Andreas Keller, Exekutivleiter der Stiftung Schleife in Winterthur machte deutlich, wie sehr er im Alltag mit dem Reden Gottes rechnet und lebt. Als Basis für unsere Bereitschaft zum echten Hören auf Gottes Stimme nannte er das unverrückbare Wissen, dass Gott gut ist und es gut mit uns meint. Die ca. 150 erwachsenen Teilnehmer folgten dann aufmerksam dem Referat des aus Fürth angereisten Theologen Manfred Schmidt über die „Grundlagen prophetischen Hörens“. Dieser erklärte anhand des Schöpfungsberichts das Identitätsstiftende Reden Gottes. Die Gäste waren berührte durch seine Ausführungen über das Reden Gottes in der Schöpfung, als er den Menschen als Gegenüber, als Ebenbild und alle Voraussetzungen schuf, um ganz direkt und persönlich mit uns Menschen zu kommunizieren.

SamstagManfred Schmidt, ev. Theologe, Nürnbergmorgen sprach Manfred Schmidt über die biblischen Aspekte zur Prophetie im Alten und im Neuen Testament. Schmidt zeigte in seinem theologisch fundierten Beitrag die Unterscheidung zwischen Propheten und Priestern im Alten Testament auf und erklärte die Vielfalt der prophetischen Kommunikation im Hören, Schauen, Tun und Sein anhand biblischer Beispiele. Anschließend ermutigte Andreas Keller die Konferenzteilnehmer in seinem Referat „Die Schule des prophetischen Hörens“ dazu, die Sinne trainieren zu lassen, um im Geist leben und wandeln zu können. Dies mache uns für das Leben auf der Erde lebensfähig. Damit sprach er sich gegen ein weltfremdes geistliches Leben aus. Seiner Wahrnehmung nach werde die Grenze zwischen Himmel und Erde in unserer Zeit immer dünner und wir seien als Christen aufgefordert, in ständiger Verbindung mit Gottes Realität zu sein. Der Schlüssel zu diesem Leben sei unsere Verfügbarkeit und er ermutigte die Konferenzteilnehmer, sich vom Heiligen Geist im Alltag unterbrechen zu lassen. Im anschließenden Podiumsgespräch stellten sich die Referenten den Fragen einiger Repräsentanten aus dem Publikum, in denen es um die ganz praktischen Umsetzung des Themas im Gemeindeleben, aber auch auf der politischen Ebene der Landeskirchen ging.

Nachmittags luden sieben unterschiedliche Seminare ein, sich intensiver mit der großen Bandbreite Prophetischen Lebens zu beschäftigen.

Ortwin Schweizer, der Initiator des Wächtergebets sprach begeisternd am Abend in einem Interview über die Wichtigkeit, die Politik unseres Landes treu zu verfolgen und im Gebet und Glauben zu begleiten. Er bezeichnet die in einer Haltung der Stellvertretung gesprochenen Gebete für unsere Gesellschaft als „Landebahn“, damit Gottes Willen auf diese Erde kommt. Kurz berichtete er noch über ein Treffen von 600 Personen am 15. September 2009, die 100 Jahre nach Veröffentlichung der Berliner Erklärung, in Berlin zusammen kamen und dort offiziell den Heiligen Geist um Vergebung für die Ausgrenzung und Beleidigung durch diese Erklärung zu bitten und ihn einzuladen, in Deutschland zu wirken.

Viele Bandgeistliche Eindrücke, die Menschen während der Konferenz empfingen, wiesen in ein und dieselbe Richtung. Wir empfangen von Gott und sollen das Empfangene an unsere Umwelt weiter geben. Dadurch verändern wir unsere Umgebung. Der zweite, herausfordernde Gedanke sprach von dem Aufruf zur Veränderung, der sich durch die Tage zog. Andreas Keller nahm diese geistliche Eindrücke tief bewegt vom Wirken Gottes auf, und bat um die Erlaubnis als Stellvertreter, ein Gebet für die Region und das Land beten zu dürfen. In seiner Fürbitte bat er um den Geist des Gebets und für eine Freisetzung Deutschlands in sein Erbe und seine Berufung. Insbesondere betete er für Gottes berufendes und segnendes Handeln in der westfälischen Region, aus der in früheren Zeiten durch die Rohstoffe Holz- und Kohle, Wärme in das ganze Land geliefert wurde und die selber so sehr nach Wärme sucht. Der Vorsitzende der GGE-Westfalen, Pfr. Udo Schulte aus Iserlohn, der die Konferenz leitete, brachte am Ende des Abends zum Ausdruck, was wohl viele dachten: „Ein Schweizer ruft uns in unsere Berufung. Ich spür etwas in mir. Da steckt mehr drin, als jetzt eine symbolische Handlung. Glauben wir das Gott noch etwas vor hat durch Umkehr, durch sein Erbarmen, durch seine Zuwendung“. Er rief die Konferenzteilnehmer auf, dieses Wort anzunehmen. Dies taten viele während des darauf folgenden Abendmahls in dem sie sich vor Gott beugten und bekannten, wo sie ihre eigne Berufung oder den Dienst des Gebets nicht ernst genommen oder nicht angenommen haben. Pfr. Udo Schulte lud in der darauf folgenden Segnungszeit all diejenigen ein, sich neu von Gottes Geist entzünden zu lassen, deren Berufung matt geworden, ausgebrannt oder ausgetrocknet ist. Diesem Aufruf folgten viele Konferenzteilnehmer und ließen sich für ihre Berufungen innerhalb und auch außerhalb der Gemeinden segnen.

Die Konferenz endete am Sonntagmorgen mit einem zweistündigen Gottesdienst gemeinsam mit der Ortsgemeinde. In seiner Predigt sprach Manfred Schmidt über die Herausforderungen Prophetischen Lebens und Handelns in der Postmodernen und Nachchristlichen Zeit. Zwei Jugendliche trugen das Lied „Land meiner Väter“ als Fürbittegebet vor. Als Ergänzung zu dem sehr bewegenden Wirken Gottes am Samstagabend, standen immer mehr Gottesdienstbesucher während dieses Liedes auf und stimmten ein in den Refrain „Heiliger Geist, erfülle das Land, das Land meiner Väter“. Eine Gruppe von Teenagermädchen setzte später das von der Anbetungsband vorgetragene Lied „Gerechter Gott“ (Tim Hughes) in Bewegungen um und unterstrich deutlich die Botschaft, dass wir das, was wir von Gott bekommen, weiter geben sollen („Lasst uns gehen, zu denen, die uns brauchen, uns zu ihnen stellen, lasst uns gehen.“). Jugendliche erzählten nach der Konferenz, dass sie unabhängig voneinander gehört hätten, wie Gott besonders zu ihrer Generation gesprochen hätte und Berufungen ausgerufen hätte.

Die Atmosphäre während der Konferenz war geprägt von eine gastfreundlichen Gemeinde, einem sehr motivierten Arbeitskreis der GGE-Westfalen mit ihrem Angebot in der Ev. Landeskirche etwas zu bewirken, von der Sehnsucht, Gott im Alltag zu hören und in sich die Augen für seine Realität öffnen zu lassen.

Musikalisch eröffnete die Konferenz eine große Vielfalt von Lob und Anbetung mit einer inspirierenden Kombination zwischen alten und neuen Liedern und Musikstilen. Orgel und Trompete war darin genau so integriert, wie die moderne Lobpreisband.

Einige Statements zur Konferenz:

  • Ein 18jähriger Konferenzteilnehmer, der zum ersten Mal an einer Veranstaltung der GGE teil nahm, sagte: „Es war eine sehr gute Erfahrung für mich. Ihr habt einen guten Eindruck hinterlassen. Die Sprecher hatten wirklich richtig viel Ahnung!“
  • Eine Jugendliche schrieb: „Die Konferenz hat mir so viel gegeben, viel mehr als ich je erwartet hätte. Es hat mir so gut getan und ich glaube, dass Gott mich dabei haben wollte und durch dich hat er mir das geschenkt. Ich habe an diesem Wochenende echt Wunder erlebt und fühle mich in meinem Glauben bestätigt und für die Zukunft gestärkt.“
  • Des weiteren schrieb ein Konferenzteilnehmer: „Insgesamt war das ein sehr reiches Wochenende, dessen "Auswirkungen" ich noch im Moment gar nicht ganz abschätzen kann. Was mir aber am meisten bleibt, ist die Erkenntnis, GOTT IST GUT! Das scheint tief in mein Herz gerutscht zu sein. Mir hat auch sehr das Seminar am Samstag zu den Träumen geholfen, weil ich seit ca. 1 Jahr intensiv träume, das aber kaum verstehen konnte und mir langsam zur Last wurde. Jetzt bin ich einen Schritt weitergekommen. Außerdem ist mir die Liebe Gottes zu unserem Land deutlicher geworden und ich bin sehr ermutigt, das weiterzutragen. Die Berührungsängste, mich mit dem Thema "Prophetie" hinzugeben, haben sich außerdem abgebaut und ich bin diesem Thema sehr offen geworden.“
Der Vorsitzende der GGE-Westfalen, Pfr. Udo Schulte fasst sein Fazit in einigen Stichpunkten zusammen: Eine gute Vorbereitung durch die GGE-Westfalen und die Gastfreundschaft der Gemeinde vor Ort. Eine sehr gute Zusammenarbeit der Referenten Andreas Keller und Manfred Schmidt. Theologisch gut aufgebaute Vorträge von Manfred, besonders der Zusammenhang von Identität und Fähigkeit zum prophetischen Hören und kritischer Prüfung. Ein geistlich sehr dichter Gottesdienst am Samstagabend mit der Betonung der Verantwortung für unserer Land und zugleich der Berufung zum Dienst für uns Christen. Der Gottesdienst am Sonntag hat alles gut zusammengeführt: die Generationen, den Lobpreis neu und alt. Beinhaltete ein gutes Interview mit Andreas Keller und eine hervorragende Predigt von Manfred Schmidt als Zusammenfassung des Konferenzthemas. Gott hat uns als GGE-Westfalen und als Versöhnungsgemeinde sehr beschenkt. Es wurde ganz deutlich: Prophetie und soziale Verantwortung sind Kernanliegen des Heiligen Geistes und daher auch der Gemeinde Jesu.